Das Sammelsurium der letzten Dinge

Dieser Moment, wenn alles eingepackt ist, alle Taschen verstaut, alle Häkchen auf der Packliste gesetzt sind.

Dieser Moment, wenn sich schleichend die Erkenntnis breit macht, dass man gleich gehen wird. Wirklich. Dass alles anders wird.

Dieser Moment, wenn auf einmal alles ruhig ist, wenn es nichts mehr zu tun gibt als die Türe zu öffnen, hindurch zu treten und sie von außen wieder zu schließen.

Dieser Moment, wenn klar ist, dass diese sich schließende Türe ein Ende bedeutet. Auch einen Anfang, aber der ist noch nicht da.

Und dann ist da dieser Moment, wenn dieses beschauliche Innehalten zwischen dem, was war, und dem, was sein wird plötzlich unterbrochen wird, weil doch noch fast vergessene Dinge hektisch eingepackt oder erledigt werden müssen. So gibt es bei jedem Umbruch, bei jeder Veränderung, sicherlich bei jedem Umzug eine Kiste, eine Tasche oder irgendein anderes Behältnis, mit einem „Sammelsurium der letzten Dinge“, eben all jenen Dingen, die sonst nirgends Platz gefunden haben, erst in letzter Minute bedacht und gesucht werden.

Mein Sammelsurium der letzten Dinge befindet sich in einer abgewetzten Ledertasche, die erst meiner Mum und dann meiner Schwester gehörte und mich bis jetzt immer zu meinen Außer-Haus-Übernachtungen begleitet hat. Eigentlich passend, dass sie auch jetzt mitkommt, raus aus dem bisherhigen Haus und Leben, hinein ins Neue. Dann ist sie auch da für meine Ausflüge zurück. Eine Konstante im Wandel. In ihr findet sich meine ganz persönliche, kuriose Mischung aus Übriggebliebenem:

  • eine Thermoskanne (die zu vergessen, wäre für meine Teesucht zumindest ein mittleres Drama gewesen)
  • eine Mini-Glas-Auflaufform
  • Handy-Ladekabel
  • 2 Schals
  • 4 Bücher
  • eine große Haarspange für Knuddel-Dutts

Alles Alltäglichkeiten, deren Abwesenheit allenfalls eine Anpassung anderer Dinge erfordert hätte. Mit mussten sie aber trotzdem auf jeden Fall. Selbstverständlich. Wobei, wenn man es runter bricht, ist es ja mit all unserem Besitztümern so. Wir haben so viele und wirklich brauchen, tun wir nur einige wenige. Und wenn es drauf ankommt, nicht mal diese.

Mein Sammelsurium der letzten Dinge will ich trotzdem nicht missen und wenn es erstmal ausgepackt ist und alles wieder ein  zu Hause hat, dann sind sie alle wieder einfach nur ein Teil meines Lebens, meines Sammelsuriums aller Dinge.

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