Ein bedeutungsvoller Name

Ursprünglich hätte dieser Post mein erster werden sollen. Lange Zeit stand er ganz unten auf meiner Home-Seite als der angeblich erste veröffentlichte Beitrag. Ein Beitrag der Länge eines Satzes: Coming soon.

„Soon“ ist glücklicherweise ein dehnbarer Begriff. Bald.

Bald ist jetzt. Was diese Thematik angeht zumindest. Allerdings erschien es mir trotzdem unpassend, Anfang November den Post von Anfang September nachzureichen. Daher habe ich mich entschieden, nicht unter dem ursprünglichen Datum zu veröffentlichen sondern unter dem tatsächlichen. Also heute.

Was ich ursprünglich als erstes zu sagen hatte? Eine ganze Menge, aber das habe ich immer. Ich wollte erläutern, warum ich diesen Namen für den Blog gewählt habe und dabei zünftig ausschweifen, was die Bedeutung von Namensgebungen im Allgemeinen ist.

Vom Ende, das dem Anfang inne wohnt

Ein Menschenkind wundert sich. Der Name sagt alles aus und ist vielleicht in manchen Aspekten dennoch wenig explizit.

Im Übrigen, auch wenn es seltsam klingt, weiß ich schon jetzt den Titel, meines letzten Blogeintrags, den ich je auf dieser Seite tätigen werde. Wer jetzt denkt, „die hat kaum richtig angefangen, da denkt sie schon ans Aufhören“, der irrt. So wie viele Autoren vom Ende her schreiben, mit dem letzten Kapitel anfangen statt mit dem ersten, so ist mir jetzt schon bewusst, wie ich diese Geschichte enden werde. Ich weiß nicht, was der Weg dazwischen ist und kenne auch das Warum eines späteren Endes nicht, aber ich kann ihm einen Namen geben. Der letzte Beitrag von „Ein Menschenkind wundert sich“ wird sein: „Ein Menschenkind geht seinen Weg…“. Aber das nur am Rande.

Ein Menschenkind wundert sich. Da war ich eigentlich.

Ein Menschenkind

Ein Menschenkind, das bin ich. Und wundern tu ich mich jeden Tag. Über die Welt, das Leben, den Menschen und unseren Alltag.

Bis jetzt, bis ich mit meinem Studium angefangen habe, habe ich mich immer als „the odd one out“ gesehen. Nicht ganz falsch aber auch eben nicht so ganz dazugehörig. Mir waren Dinge einleuchtend, die andere nicht gesehen haben. Mir erschließen sich bestimmte Themen ganz von alleine, während andere sich mit viel Mühe einarbeiten müssen. Dafür machen meine kognitiven Fähigkeiten in lebenspraktischen Bereichen Abstriche. Soll heißen, die Gelegenheiten, in denen ich ob meines Querdenkens im Alltag völlig untaugliche Aussagen tätige und damit zum Amusement meiner Umgebung beitrage, sind zahlreich, um nicht zu sagen zahllos. Hinzukommen all die Momente, in denen ich eigentlich mitten in einem Geschehen stehe und doch nichts mitkriege, weil ich innerlich gerade mit einem Teilaspekt tiefergehend beschäftigt bin (beispielsweise einem Sinnieren über den Begrüßungs- oder Abschiedsritualen in legeren Kontexten). Es fördert nicht gerade das Ernstgenommenwerden, wenn man sich, obwohl man dabei stand, im Nachhinein erklären lassen muss, worum es in einer Situation ging.

Kurzum, ich dachte immer, ich stehe mit meinen Gedanken mehr oder weniger alleine in der Welt (vereinfacht gesagt). Die ersten Tage und Wochen meines Studims nun haben mir gezeigt, dass es tatsächlich ernstgemeinte wissenschaftliche Betrachtungen gibt, die sich mit dem Alltag auseinandersetzen. Natürlich kann man sich das von der Psychologie und Soziologie schon vorher denken, aber sie nehmen je nur einen Blickwinkel ein und umfassen nicht so sehr die Gesamtheit des „banalen Alltags“, wie ich sie suchte.

In der Europäischen Ethnologie/Volkskunde bin ich nun fündig geworden. Fündig bezüglich einer Heimat für meine „Verwunderungen“ aber auch fündig bezüglich einer weiteren Bedeutung für meinen Blog:

Du bist ein Menschenkind

Ein Menschenkind, das ist ein jeder von uns. Ein Menschenkind, das bist du. Und jeder von uns macht sich auf die ein oder andere Art Gedanken über die Welt; wundert sich.

In einem Artikel, den ich als Vorbereitung für eine Vorlesung lesen sollte, ging es um die Frage, seit wann es die Volkskunde gibt. Nachdem die ganze Wissenschaftsgeschichte erörtert wurde, bleibt ein Satz hängen, der besagte, dass, wenn die Disziplin an sich jung sei, es Volkskunde doch so lange gäbe, wie es Menschen gegeben habe, die sich intelektuell und reflektiert mit der ihr innewohnenden Thematik beschäftigt hätten. Also „quasi schon immer“ und in gewisser Weise auch von jedem von uns betrieben.

Das also ist die Bedeutung des Namens:

  1. Ich bin Mensch und wundere mich, ich sehe Wunderbares, Wundersames und Wundervolles. Ich stelle Fragen und suche nach Antworten.
  2. Wir alle sind Menschen-Kinder und wundern uns.
  3. Ich lade euch ein, euch mit mir zu wundern.
  4. Ich bitte euch, mich an eurer Verwunderung und/oder an euren Ergebnissen/Antworten teilhaben zu lassen.

Ein Exkurs und ein Versprechen zum Schluss

Zu meinen Ausschweifungen über die Bedeutung des Namengebens bin ich heute nicht gekommen. Das werde ich sicherlich noch zu einem anderen Zeitpunkt nachhholen, da es ein sehr faszinierendes Thema ist.

Nach Aussage meiner Mum, bin ich wohl der üblichen Autorenkrankheit erlegen: „Ausschweiferitis“ oder „Sich-nicht-kurz-fassen-können-itis“. Sie hat durchaus Recht; ich bin ein Menschenkind aber kein Kind der knappen Worte. Allerdings wird hier auch einfach deutlich, dass ich ein totaler Bloggin-Newbie bin, noch wenig strukturiert vorgehe und jeden Montag einfach munter drauf losschreibe zu einem Thema, das mir mehr oder minder spontan und – wenn man den Blog als Ganzes betrachtet – scheinbar ohne Zusammenhang einfällt.

Aber – und das ist ein Versprechen – ich arbeite daran. Es mag noch nicht so aussehen, aber hinter den Kulissen arbeite ich tatsächlich an einem Konzept für meinen Blog. Konzept – uuuh, würde sich mein ehemaliger Projektmanagement-Dozent über diesen Begriff freuen. Na ja, er gehört ihm nicht. Auch Normalsterbliche, wenig wirtschaftlich-optimiert-„Menschen-sind-nur-Ressourcen“-orientierte Menschen können Konezpte haben. Oder sich welche erarbeiten. Ich tue das, auch um es für euch sinniger zu gestalten.

Man darf gespannt sein. 🙂

PS: Ich bin es.^^

Vielen Dank für die Bereitstellung des Bildes an Pixabay.

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