In einer Woche erreicht man kein Ziel – und läuft trotzdem weiter.

Es ist 23:07 Uhr und mir ist vor lauter anderer Dinge gerade erst eingefallen, dass ich mal wieder sehr knapp dran bin mit meinem Post für heute. Um ehrlich zu sein, hätte ich ihn fast vergessen. Während es recht nüchtern klingt, dass so zu schreiben, bin ich tatsächlich ziemlich enttäuscht von mir und auch verwundert. Wie kann ich etwas, dass mir so viel Spaß macht, das ich gerne tue, einfach vergessen? So viel zum Thema „ich erarbeite ein Konzept und werde ganz arg strukturiert“. Das ist die Erinnerung daran, dass das Bekanntgeben eines Ziels noch nicht das Ankommen an diesem beinhaltet. Dazu gehört Arbeit und die werde ich noch ordentlich investieren müssen.

Ich könnte jetzt lange ausholen, dass ich heute aber auch wirklich keine Zeit hatte, den ganzen Tag Kurse in der Uni und Abends Besuch von Freunden zum gemeinsamen Kochen und Abendessen (Danke übrigens 🙂 ). Und all das stimmt zweifelsohne. Allerdings habe ich durchaus Zeit gefunden, Sport zu machen, an meiner Personal-Planung weiterzuarbeiten, fürs Abendessen einkaufen zu gehen etc. Dieses neue Projekt, dass mir wichtig ist und Freude bereitet (wie könnte es auch nicht, kann ich doch nach Herzenslust schreiben, wie es mir gefällt, wie viel ich möchte und da es immerhin so etwa drei Leser gibt, verpuffen meine Gedanken auch nicht im leeren Raum), buhlt mit all meinen anderen Ideen, Wünschen und Prioritäten um meine Aufmerksamkeit und meine Zeit.

Das ist das Problem, wenn man zu viel will. Alles will. Auf einmal. Zeit mit Freunden und wichtigen Menschen. Ein Instrument (erneut) lernen. Lesen. Sport treiben. In der Uni immer vorbereitet und „on-top-of-everything“ sein. Fast halbtags arbeiten. Wöchentlich saugen, putzen, Staub wischen, Müll rausbringen, Wäsche waschen, … Ihr versteht was ich meine.

Es ist wie mit dem ewigen „Du sollst…!“. Es gibt so vieles was man soll und so vieles, was man von sich selbst erwartet oder für sich möchte, dass der Tag vorbei ist, bevor man auch nur eines der vielen Dinge sinnvoll angegangen ist. Das „Du sollst…!“ wird im Übrigen nochmal ein ganz eigener Beitrag werden, der auch schon auf meiner Warteliste steht.

Was ich mit all dem sagen möchte, ist dreierlei:

  1. Es ist wichtig, ein Ziel zu definieren und bekannt zu geben, wenn der soziale Druck einem bei der Erreichung hilft.^^ Das allein reicht aber noch nicht aus. Man muss auch einen Plan haben, wie man es erreicht, selbst und gerade weil er eh über den Haufen geworfen wird. Nur so setzt man sich wirklich mit der Materie auseinander, kommt voran und gewinnt erst die Einsicht, dass die ursprüngliche Herangehensweise vielleicht doch nicht so zielführend ist.
  2. Sich für alles zu interessieren und alles machen wollen/unter einen Hut kriegen wollen, resultiert nicht selten darin, dass man sich soweit zerteilt, dass für jedes Gebiet/Ding nur noch ein winziger Teil seines Selbst zur Verfügung steht und man sich dann um Nichts richtig kümmert.
  3. Zurückkommend auf meine Überschrift: Letzte Woche habe ich euch großspurig verkündet, ich würde an einem Konzept arbeiten. Und so quasi unterschwellig irgendwie tue ich das auch. Die Wahrheit ist aber: Konkret hab ich die ganze Woche rein gar nichts gemacht. Im Gegenteil, wie immer schreibe ich, was sich aus der momentanen Situation ergibt und der eigentlich die ganze Woche angedachte Beitrag des Titels „Auberginen wollen Öl“ ist wieder in der Entwurfsdatei gelandet.

Das gehört wohl dazu, zum Leben und zu neuen Projekten, dass man sich selbst auch mal enttäuscht, dass man nicht alles oder eigentlich gar nichts perfekt macht und trotzdem nicht aufhört. Denn letzlich sagt das Anfangen recht wenig aus, entscheidend ist das Durchhalten, allem „es ist aber nicht so gut, wie es sein könnte“ zum Trotz. Natürlich könnte mein Blog besser sein, ich immer pünktlich Montagmorgens um 10 den neuesten Post veröffentlichen, stets mit einem schönen Pinterest-/Instagram-/Facebook-fähigen Bild versehen, in einen größeren Kontext und fortsetzende Gedankenreihen eingeordnet und bereits Wochen im Voraus geplant, recherchiert und geschrieben. Aber man fängt eben nicht bei „sehr gut“ an, wenn man totaler Anfänger ist.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf den Imperfektionismus, die Frustrationsresistenz und das Weitermachen, nicht nur Anfangen.

Kennst du das Gefühl, dir etwas vorzunehmen und eigentlich von Beginn an deine Erwartungen nicht erfüllen zu können? Ich würde mich über ein Kommentar oder auch eine Nachricht sehr freuen, nur um sicher zu gehen, dass ich damit nicht ganz alleine stehe. 🙂

Für heute aber eine gute, erholsame Nacht, auf dass der morgige Tag wieder viel Zeit für 100.000 Prioriäten bringe. 😉

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