Ich will Suppe, kein Süppchen!

Im Herbst und Winter haben Suppen Hochjunktur: Kürbiscremesüppchen, Kartoffelcremesüppchen, Schwarzwurzelsüppchen, Karottencremesüppchen…

Damit habe ich zwei Probleme:

  1. Warum diese zeitliche Einschränkung? Bei mir gibts Süppchen das ganze Jahr. Nur heißen die nicht so. Da gibt es Nudelsuppe, Grünkernsuppe, Grießklößchensuppe (eine GrießKLOSsupppe nehm ich auch, ist eh der beste Teil), Linseneintopf oder ja, Kartoffel- und Kürbissuppe. Aber Süppchen gibt es nie.
  2. Warum eigentlich dieses bescheuerte Diminutiv? Weil man nur einen kleinen Teller bekommt? Weil es toller klingt? Ersteres ist schichtweg dumm, ich will einen großen Teller. Und letzteres stimmt auch einfach nicht. Wo klingt denn Süppchen besser als Suppe? Wenn das Wort Servierportionen in homöopathischen Dosen impliziert, kann es gar nicht besser sein, als eines, das einen großen Teller kulinarischen Genusses verspricht. Man bestellt doch auch kein Wildschweinkeulchen oder Salätchen oder Spaghetti Bologneschen. Gut, ich würde auch keine Wildschweinkeule bestellen, schmeckt mir nicht. Aber das macht die Absurdität der Verniedlichung von Essen deutlich. Gleiches gilt im Übrigen auch für Schokolädchen. Weniger würde mir in dem Fall zwar vielleicht besser bekommen, aber ich will trotzdem lieber mehr.

Heute habe ich „Möhren-Ingwer-Honig-Süppchen“ gekocht. So nannte es das Rezept. Aber selbst die Vertreter dieser Köstlichkeit hätten den Inhalt meines Kochtopfs wohl kaum noch ein Süppchen genannt: 1kg Karotten, 2 riesen Zwiebeln, 1/3 Knollensellerie, 1/2l Wasser, Knoblauch, Créme Fraîche und diverse Gewürze und Zitronensaft. Und das alles für eine einzige Person: mich.

Zu dumm, dass ich erst beim endgültigen Abschmecken festgestellt habe, dass unser Gefrierschrank komplett voll ist. Verschließbare Glasschalen voll der Ergebnisse meiner letzten überambitionieren Suppenkoch-Aktionen. Für ein Süppchen fange ich nämlich gar nicht erst an.

Jetzt stehe ich allerdings mit der doppelten Menge eines ohnehin schon für mehrere Personen ausgelegten Rezeptes da und muss dringend jemanden finden, der meine Suppenbegeisterung teilt.

Leider scheint es eine Mehrzahl an Leuten zu geben, die Suppen für „keine richtige Mahlzeit“ halten und noch etwas „Anständiges“ dazu wollen. Abgesehen davon, dass ich diesen gerne ein Stück Brot anbiete, da bin ich nicht so, würde ich dazu raten, das sich Zieren mal beiseite zu lassen. Immerhin ist es ein Suppe, kein Süppchen.

Wer kommt morgen zum Mittag- oder Abendessen? 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s