Einmal was durchziehen

Vor zwei Wochen habe ich euch von meinem einzigen guten Vorsatz für dieses Jahr berichtet: Durchhalten (Wer es verpasst hat, findet hier nochmal den Link: „Geburtstag, Silvester und schlechte Vorsätze“).

Natürlich muss es auch andere Vorsätze geben, was würde ich sonst durchhalten wollen. Aber die sind weder neu noch spezifisch für dieses Jahr: meinen Trainingstand ausbauen, charakterlichere Weiterentwicklung, mehr lesen, über die Welt informiert sein (oder zumindest über die Nachrichten), hinterfragen, wieder Harfe spielen (oder na ja, erstmal üben), Aufgaben endlich rechtzeitig erledigen…

Es ist so vieles, dass sich unsere Aufmerksamkeit in alle Richtungen verteilen muss, bis sie sich schließlich ganz verflüchtigt hat und wir von all den wohlmeinenden und ambitionierten Vorhaben nichts bis überhaupt gar nichts umsetzen.

Aber, aber, aber. Weniger Vorsätze und dafür die durchhalten. Ja genau. Da kommen sich meine Überambitioniertheit, der Hang zum Perfektionismus und „Over-achiever-Sein“ mit der Erkenntnis der Notwendigkeit zur Vereinfachung in die Quere. Aber in den letzten Wochen, Monaten und inzwischen Jahren bin ich über viele Irrungen und Wirrungen, Fortschritte und Rückschläge in meiner persönlichen Entwicklung tatsächlich einiges weitergekommen. Jetzt wo ich in meinem Kopf bisweilen so weit zur Ruhe komme, dass ich etwas bemerken kann, fällt es mir auf. Vielleicht auch weil man mit dem Start in ein neues Jahr unweigerlich an die verganenen zurück denkt und sich – möglicherweise leicht nostalgisch – an das Kind erinnert, dass man einmal war.

Mit dieser Entwicklung und Veränderung jedenfalls habe ich zum ersten Mal nur genau zwei Dinge, die ich schaffen will. Eines davon ist, 30 Tage lang jeden Tag Yoga zu machen.

Alles andere ist nice to have aber nicht nötig. Für diesen Monat nicht.

Und wieso Yoga? Ich bin kein sonderlich spiritueller Mensch und die erste, die immer rumgetönt hat, Yoga sei kein Sport, wenn man wirklich Sport machen und sich auspowern wolle. Zu viel geatme, zu wenig gedankenausblendende Erschöpfung, zu viel „akzeptiere dich auf deinem Weg“, zu wenig „ankommen am Ziel“.

Ja, aber, trotzdem. Genau darum. Weil es eine Herausforderung für mich ist und weil es eine Distanzerung zum ständigen „schneller, höher, weiter, stärker“, zum „mehr“ in welcher Form auch immer ist.

Trainieren, bis man drei Tage nicht mehr laufen kann? Ja, ich! Laufen, bis ein Knie aufgibt (oder beide)? Lasst die Leuchtpfeile auf mich zeigen. Ich will immer alles und das sofort. Entwicklung ist ja schön und gut, ankommen und können ist aber schöner.

Hat nichts mit der Realität zu tun, aber ist viel zu oft meine Einstellung. Darum Yoga. Um an meiner Einstellung zu arbeiten, inne zu halten, zu respektieren und akzeptieren. Und weil es eine Herausforderung an meine Willenskraft ist, ans Durchhalten-wollen, ans Neues-wagen. Und ans Geduldigsein. Yoga kann ich nicht einfach so „abarbeiten“ wie man es bei seinem Training manchmal zu tun pflegt, wenn man in einem Trott angekommen ist.

Klischees bedienen? Westlichene verlorene Seele, die in der uralten indischen Tradtion versucht, neuen Halt zu finden? Großen Yogi mit Chakren-Verbundenheit, überzeugt veganer und offensichtlich asketischer Lebenseinstellung mimen? Eher nicht. Gar nicht. Was nicht heißen soll, dass ich das kritisieren möchte. To each his own. Aber für mich ist es hauptsächlich ein Versuch, ein Wagnis, etwas Neues ausprobieren, nicht immer nur tun, was man schon kennt und vor allem ist es der Gegensatz zum Normalprogramm und ein positiver Anfang.

30 Tage sind machbar, überschaubar. Heute hab ich die erste Woche abgeschlossen. Habe ich vorher schon mal was 7 Tage am Stück durchgezogen? Bestimmt. Allerdings nicht viele Sachen.

Was das für ein 30-Tage-Yoga-Ding ist, findet ihr bei Yoga with Adriene heraus. Die Videos sind alle frei zugänglich auf Youtube, vielleicht auch bisher skeptisch Beäugtes gönnen will, kann jederzeit vorbeischauen und nachträglich einsteigen.

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So oft finde ich tolle TED-Videos (und andere Schätze im Netz), über die ich jedesmal eigene Posts schreiben könnte, weil sie so viele Gedanken auslösen. Da ich dann aber gar nichts anderes mehr in diesem auf einen wöchentlichen Zyklus beschränkten Format behandeln könnte, euch aber auch an der Inspiration teilhaben lassen möchte, stelle ich ab jetzt immer einen Link zu einem faszinierenden/tollen/inspirierenden/denkwürdigen Inhalt nach meinem eigentlichen Post nach. Den Anfang macht ein 13-jähriger Junge mit Namen Logan LaPlante und einem beeindruckenden Vortrag.

 

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