Mimimi – Widerliches Selbstmi(s)tleid

Um das gleich mal vorweg zu nehmen, das hier wird kein verständnisvoller säuseliger Aufsatz über die Faszination mit dem Menschen. Eher im Gegenteil.

Es gibt nicht viele Dinge, die ich absolut nicht abkann und die sicher stellen, dass ich in kürzerster Zeit große Probleme habe, meinen Gegenüber für voll zu nehmen und ihm den Respekt entgegen zu bringen, den er als Mensch verdient.

Selbstmitleid ist bei diesen wenigen Dingen aber ganz vorne mit dabei.

Ich hasse es, wenn sich erwachsene Menschen vor mich stellen, heulen oder auch nicht heulen und völlig selbstverständlich mit Schmollmund fordern, es möge mal bitte jemand ihre Sitution besser machen.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich rede hier nicht von Trauer, temporärer Überforderung oder vielleicht sogar Verzweiflung. Auch nicht davon, dass jeder ja seines eignen Glückes und Unglückes Schmied und damit gegebenenfalls selbst Schuld sei.

Ganz und gar nicht. Das Leben ist bestimmt nicht immer einfach, nicht immer fair und wir alle haben Zeiten, da wir auf die Unterstützung und Energie anderer angewiesen sind und alleine nicht weiter kommen. Keine Frage.

Aber diese Grundhaltung von „mein Leben ist das allerschlechteste“, „mir geht es am allerschlechtesten“, „ja ja, es gibt auch andere Menschen, denen es schlecht geht, aber ich…“, „kümmert euch um mich“, „ich brauche Hilfe“, „ich werde immer Hilfe brauchen“, „rettet meine Welt, ich bin doch so klein und verletzlich und kann nicht alleine aufstehen“, „trag du meine Last“… Heruntergezogene Mundwinkel und das personifizierte Leiden inklusive.

Und wehe, man ist dann nicht voller Verständnis und eilt zur Rettung. Vielleicht sagen sie nichts, aber der Blick oder die Stille verraten alles. Völliges Entsetzen, Enttäuschung, Wut, wie kann man nur? Und dann kommt der Schmollmund erst richtig raus.

Beleidigt sein, klappt richtig gut. Be-leid-igt. Leid. Selbst-mit-leid. Vielleicht muss das ja zusammengehören.

Da krieg ich Ausschlag von.

Manchmal hat man so eine Phase und ich nehm mich da gar nicht aus. Ich kann ganz herrlich Selbstmitleid enfalten. Alleine, in meinem Zimmer, hinter verschlossener Türe und ungefähr 10 Minuten lang bis ich angewidert bin von mir selbst, meinen Hintern hochkriege und etwas tue.

Sicher ist das etwas überheblich formuliert. Immerhin kann ich aus einer privilegierten Situation heraus urteilen. Mir geht es gut, ich habe Menschen um mich, die mich unterstützen und keine körperlichen Gebrechen oder psychichen Krankheiten, die mir ein Handeln schwer machen würden.

Allerdings möchte ich auch mal ganz entschieden eine Trennlinie ziehen, zwischen psychischen Erkrankungen, die einen im alltäglichen Leben einschränken und/oder die Sicht der Welt ins Negative verzerren und einer einfach nur kaputten Lebenseinstellung und Lebens-Unfähigkeit.

Ist das jetzt schon wieder garstig, weil jeder Mensch ja so seine Geschichte hat, weil man ja gar nicht wissen kann, was sie mit sich rumtragen…? Oh ja ganz bestimmt. Aber ganz ehrlich, zur Abwechslung ist mir das egal. Jeder Mensch trägt irgendetwas mit sich herum. Jeder. Man kann seine Geschichte und seine Erfahrungen nicht zur Entschuldigung für alles nehmen. Und wenn man immer nur alles auf seine Vergangenheit schiebt, dann wird die Zukunft auch nicht besser werden.

Was war, lässt sich nicht mehr ändern. Aber vielleicht kann man sich ja einfach mal an der Nase packen und sich aus dem eigenen Morast ziehen. Der ist in der Regel tiefer, als der, den das Leben einem unterjubelt.

__________________________________________________________________

Ähm komisches Bild für ein Kopfschmerz-Video?! ^^

Egal, muss ich auf jeden Fall mal ausprobieren. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s