Weltwärts: ein Prolog

Weltwärts: ein Prolog...

(Aufnahme in Jaisalmer)

Ich sitze über meinem Foto- und Erinnerungsbuch, über meinen Zetteln mit Stichworten, was ich alles ansprechen möchte, starre auf die Links mit den kritischen Stimmen anderer und frage mich, wie ich mit all dem wohl anfangen soll.

Ein wirrwarr an Gedanken saust durch meinen Kopf und bei all dem Hin und Her, den Überlegungen und Zweifeln geht mir auf, dass die kommenden Posts, die ehrlichsten und autenthischsten sein werden, die ich bisher geschrieben habe. Nicht, weil die anderen alle Bullshit waren, sondern weil diese Thematik so nah bei mir liegt. Es ist keine Reflexion auf das Verhalten anderer, keine Verwunderung über die Welt oder irgendein Geschehen. Es ist die Auseinandersetzung mit einem Phänomen, an dem ich selbst teilgenommen habe.

Allein die Ankündigung, dass ich mich dieser Thematik widmen würde, hat schon für Reaktionen gesorgt. Interessanterweise hauptsächlich von jenen, die selbst in irgendeiner Form eine Erfahrung in diese Richtung gemacht haben.

Wie bringe ich also die objektiven Fakten, meine eigenen Erfahrungen und die durchaus zurecht kritischen Stimmen unter einen Hut? Wie fasse ich ein Jahr, mehr als ein Jahr, in ein paar Worte und Sätze ohne die Tragweite zu verkürzen? Und wie spricht man überhaupt darüber?

Jeder kennt die Fragen: „Und, wie wars?“ „Hats dir gefallen?“ „Hast du viel gelernt?“ „Würdest du sagen, dass du dich verändert hast?“ „Würdest du nochmal hinwollen?“

Und die Aussagen: „So was erlebt man nur einmal.“ „Das war bestimmt, das beste/krasseste/lehrreichste Jahr deines Lebens.“ „Woah, Indien (oder xyz, was auch immer). Das hätte ich nicht gemacht.“

Mich haben die Fragen und Aussagen immer unglaublich genervt. Hauptsächlich, weil ich noch weit davon entfernt war, sie beantworten zu können und weil sie so unglaublich weit weg waren, von allem, was ich gedacht habe.

Aber ich greife zu weit vor. Bevor wir zu diesen und anderen Fragen kommen, lass dir zeigen, welche Reise vor uns liegt:

  1. Teil 1: Komm mit auf eine Zeitreise in das Jahr 2010 und auf eine persönliche Reise in das 18-jährige Selbst eines angehenden Weltwärts-Freiwilligen. Sieh dir an, was alles vor dem Flug ins Abenteuer passiert, welche Struktur dahinter steht, welche Menschen beteiligt sind, lerne die Voraussetzungen und die vorbereitenden Seminare kennen. Vor allem aber lass dich mitreißen von der Euphorie und Überzeugung der Vorfreude und Selbstsicherheit.
  2. Teil 2a und 2b: Mumbai – Bombay – Varanasi – Jodphur – Agra – Deli – Rishikesh – Mc Leod Ganj – Wo es auch hingeht, du bist dabei. Mit vielen vielen Fotos, einigen Videos und ganz viel Mühe und Ehrlichkeit nimmst du im Zeitraffer an der Erfahrung, den Zweifeln, der Entwicklung und der Verwunderung teil. An der Verwunderung über dich/mich selbst, der Verwunderung über das Land und der Verwunderung, über unseren Umgang mit selbigem.
  3. Teil 3: Ein komischer Flug zurück und die Zeit danach. Das Zurückfinden in den Alltag und eine eingehende Beschäftigung mit Kritikpunkten, Problemen und Erkenntnissen. Übrigens nicht nur solchen, aus der unmittelbaren Zeit danach, sondern vielleicht viel mehr noch aus den viel späteren Monaten und erst kürzlich vergangenen Tagen und Wochen. Ein bisschen traurig, ein bisschen (selbst-)ironisch und sehr nachdenklich schließen wir diese Reise in eine andere Welt ab.

Okay, das werden sehr intensive Wochen, die vor uns liegen. Ich habe ein bisschen Angst davor, was ich da so alles preisgeben werde und wie du darüber denken magst. Aber ich freue mich auch wahnsinnig mich so tiefgehend mit etwas zu beschäftigen und dich daran teilhaben zu lassen.

Vielen Dank für die schon bei mir eingegangenen Gedanken und die, die noch kömmen mögen. Mehr noch als sonst, freu ich mich hier natürlich über jede Nachricht, jedes Kommentar und jede Überlegung. Egal ob als direkte Reaktion auf einen Beitrag, als Reflexion auf einen eigenen Auslandsaufenthalt (welcher Form auch immer) oder weil du sonst noch was loszuwerden hast. 🙂

Und als kleine Entschuldigung dafür, dass mein Beitrag diese Woche verspätet kam, veröffentliche ich Teil 1 unserer Geschichte nicht erst nächste Woche, sondern gleich morgen. Also schau rein!

 

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