Weltwärts – Die Saga beginnt!

Weltwärts. So klangvoll, so voller Verheißung.

Welt-wärts. Genau das, was ich wollte, was ich will. Was so viele wollen.

In die Welt gehen, Erfahrung sammeln, sich ausprobieren, als neuer Mensch zurückkehren und nebenbei etwas Sinnvolles, Gutes tun. Etwas, auf dass ich mal stolz sein könnte.

Welt-wärts. Die Generation, die sich immer weiter entwickeln will, die immer mit ihrem „persönlichen Development“ beschäftigt ist und zugleich ihre Handlungen immer unter einem gesellschaftlich nützlichen Standpunkt sehen (können) will.

Welt-wärts. Die neue Generation, die in der Welt zu Hause ist, nicht nur in irgendeinem Land.

Welt-wärts. Die Generation, die offen für alles ist, voller Verständnis für jede Strömung. Die Generation, für die Kultur und interkulturelle Kompetenz zentrale Leitbegriffe und Werte darstellen.

Das war ich. Achtzehn, gerade mit dem Abitur fertig, bereit, die Welt zu verändern und mich von ihr verändern zu lassen. Aufgeregt, völlig überzeugt von mir selbst und mit einem unerschütterlichen Urvertrauen in das Leben und die Menschheit.

Und warum auch nicht? Ich bin durch meine Kindheit und Jugend gelobt worden, bin auf den Ehrungen meines Engagements und meiner Zuverlässigkeit gesurft und habe mich von den windigen Hymnen auf mein Reflexionsvermögen und meine Reife in die Zukunft tragen lassen.

Völlig klar, dass ich bestens geeignet war, für ein Jahr im Ausland, für ein Jahr Engagement in der Welt. Weitestgehend egal wo, so lange es nicht nur Europa oder USA war. Man braucht ja eine Herausforderung. Und seien wir an dieser Stelle ganz ehrlich, man will sich selbst und der Welt was beweisen und „ein Jahr Indien“ klingt um Längen cooler, spannender, beeindruckender und was noch so alles, als „ein Jahr in irgendeinem europäischen Nachbarland“. Nicht, dass ich die kennen oder verstehen würde oder viele davon überhaupt je näher als auf einer Weltkarte gesehen hätte. Aber darum geht es ja auch nicht. Oder?! …

Wie so ungefähr jeder Vertreter meiner Generation es tun würde, setzte ich mich also vor den Rechner, googelte was das Zeug hielt und hatte bald die nötigen Eckdaten zusammen:

  • Programm: Weltwärts – Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst
  • Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Bewerbung: eine Bewerbung bei der Entsendeorganisation in Deutschland, die sich um die ganze Bürokratie beim Amt kümmert und eine Bewerbung bei der aufnehmenden Organisation im entsprechenden Land, also der Organisation, bei der man während seines Jahres arbeiten wird.
  • Finanzierung: kostet mich quasi fast gar nichts, im Weltwärts-Flyer heißt es (darüber werden wir in Teil 3 aber nochmal diskutieren):

  • Und das sind die Voraussetzungen, die man mitbringen muss (auch das werden wir noch reflektieren):

Easy. Überall ein Haken dran und losgehts.

  • Entsendeorganisation suchen… Da war nicht viel zu suchen. So spät wie ich mal wieder dran bin, habe ich die genommen, deren Deadline noch nicht abgelaufen war. So bin ich bei Via e. V. gelandet. Verein für internationalen und interkulturen Austausch. Klingt schon mal top.
    VIA e. V.

    Header von Via e. V.

     

  • Jupiii, man kann sich online anmelden. Hätte mir alles komplizierter vorgestellt. Aber ein paar Felder ausfüllen, meine Kontaktdaten angeben und Präferenzen für die Länder aufstellen, ist wirklich keine Herausforderung. Hier eine Auswahl, der etwas kniffligeren Fragen. Aber gut, ich bin jetzt so lange davon überzeugt, das tun zu wollen und denke ständig über alles nach, da ist das auch machbar.
    Oh, wenn man runter scrollt, steht da, man muss es ausdrucken und abschicken. Okay, doch nicht nur Knöpfchen drücken.

  • Nachdem die Anmeldung erfolgreich war, muss ich mich jetzt um eine tatsächliche Bewerbung kümmern. Und beten, dass ich genommen werde! Tatsächlich bewerben sich jährlich ca. 10.000 junge Menschen auf solch einen Freiwilligendienst, entsendet werden zwischen 2000 und 4000 (laut Weltwärts). Aber mit so einem Motivationsschreiben kann man doch nur genommen werden:
    Motivationsschreiben

    Ausschnitt 1 Motivationsschreiben

    Und:

    Motivationsschreiben 2

    Ausschnitt 2 Motivationsschreiben

    Nach einigem Hin und Her, vielen Telefonaten und bangem Warten, kommt die Zusage. Ich bin dabei! Ich fliege nach Indien! Im September gehts los! Uaaaaaaah!

  • Sponsoren finden, war nicht ganz so einfach. Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich etwas mehr hätte bemühen können. Aber man kommt ja auch mit halbem Aufwand durch, also warum sich ein Bein ausreißen (das hat mir übrigens später leid getan, nachdem ich mich mehr mit der Fianzierung auseinandergestzt habe…)? Außerdem ist es echt unangenehm, um Geld zu betteln.
  • Visum beantragen und Impfungen holen. Zwei der sehr wenigen Dinge, die man selbst zahlen muss.

    Visum

    Wartenummer in einem komischen Nebengebäude, dass so gar nicht nach einer Botschaft aussah, in dem ich aber mein Visum beantragt habe.

Bevor es dann wirklich losgehen kann, werde ich zum 12 tägigen Vorbereitungsseminar eingeladen. Das ist Pflichtbestandteil des Programms und scheinbar gibt es auch noch ein Zwischenseminar im jeweiligen Land und anschließend ein Nachbereitungsseminar.

In einem kleinen Ort namens Wetzlar, kommt mir zumindest klein vor, diskutiere ich mit einem ganzen Haufen anderer Ambitionierter was Kultur bedeutet, überlege mir, wie ich damit umgehen werde, wenn es mir schlecht geht, ich traurig bin oder ähnliches (unsere 1. Hilfe-Zettel) und lasse mir erklären, dass dieses Jahr komplett nur für mich ist und dass ich meine Erfahrungen hoffentlich mal sehr reflektiert und zum Wohle aller und dem besseren Verständnis derer, die zu Hause geblieben sind, einsetze. Wir sollen nicht glauben, dass wir in unseren Einsatzländern die Welt retten würden. Ähm, ja aber trotzdem!?!

Auf meinem 1. Hilfe-Zettel stehen so Sachen wie:

  • mit Mum und Dad telefonieren
  • mit Niklas oder Fabi skypen
  • Lesen
  • an meine Werte & Überzeugungen denken (Urvertrauen, Durchhaltevermögen, alle Erfahrungen bringen mich weiter…)
  • etwas Schönes machen

Und hier ein paar weitere Eindrücke:

Nette Worte.jpg

Für jeden gab es nette Worte von allen anderen Teilnehmern als Aufheiterung, wenn es mal nötig sein sollte.

Code of Conduct

Code of Conduct 1 – Was man so beim Fotografieren beachten soll… Hat unter Anderem dazu geführt, dass ich nur noch mit großem Unbehaben Fotos gemacht habe.

Code of Conduct 2

Andere Wortwahl aber die Aussage bleibt die Gleiche: Code of Conduct – bildliche und andere Widergabe von Erfahrungen

 

Und damit geht es nächste Woche weiter: Teil 2a

Flug nach nach Mumbai (über Dubai) – Ankunft – erste Eindrücke – das erste halbe Jahr

Flugdaten

Meine Flugdaten – ja, die habe ich bis jetzt aufbewahrt…^^

 

 

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