Forschungstagebuch 24.10.2019

Countdown: 76 Tage

Seit über 6 Monaten beschäftige ich mich nun mit meiner Forschung. Die ersten 3 waren nur vorbereitende Recherche, um überhaupt meine Fragestellung formulieren und meine Ausrichtung finden zu können. Es ist ein essentieller Teil eines jeden Forschungsprojektes, das weiß ich. Ich hätte am liebsten trotzdem direkt angefangen.

Seitdem habe ich so viel erfahren und probiert, zwischendurch (endlich) sinnvolle Literatur gefunden, war in der halben Republik unterwegs (hallo Erfurt, Berlin, Speyer, Günzburg, Muldenhammer, Hettingen und Lampoldshausen) und habe mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. Zwischen Überforderung, Ärger, Enttäuschung, viel Unsicherheit, Freude, Dankbarkeit und vielem mehr war so ziemlich alles an Einstellungen und Gefühlen mal vertreten.

Heute, eine Woche vor meinem (voraussichtlich) letzten Feldforschungstermin am DLR-Standort Lampoldshausen sitze ich vor meinen gesammelten Unterlagen und dem immer größer werdenden Bücherstapel und frage mich, wohin das alles führt, wie ich das alles abarbeiten soll und wann ich ankomme, wo ich hinwill.

Mit jedem Buch, das ich aufschlage, jedem Artikel, den ich beginne, kommt eine neue Lawine an Informationen, die untergebracht werden will. Gleichzeitig habe ich manchmal Angst, vor lauter wissenschaftlicher Praxis, Theorie- und Methodenaufarbeitung sowie kluger Ansätze von anderen Menschen meine eigene Forschung aus dem Blick zu verlieren.

Habe ich mit all der Arbeit überhaupt schon auswertbare Daten für meine Forschungsfrage? Und ist sie relevant? Sie ist nicht am Grund dessen, was ich erforschen möchte, aber ich glaube, ich bin auch noch nicht so weit, dass ich den Grund sehen könnte. Warum also nicht forschen, in den Zwischenschichten, die ich bereits ausgebuddelt habe? Außerdem – und das gehört leider zum Wissenschaftsbetrieb – ist man mit seinen Forschungen nun mal auch abhängig von jenen, die sie bewilligen müssen. Im Fall meiner Qualifizierungsarbeit (Masterthesis) ist das meine Professorin.

Nun gut, ein Zurück gibt es nicht, nur ein Jetzt und eine Idee von Vorne. Stand heute liegen noch 10 Wochen und 6 Tage bis zum Abgabetag vor mir. Morgen geht es in die Bibliothek, weitere Bücher, die ich bestellt habe, abholen. Noch kippt mein Stapel unter seiner eigenen Instabilität nicht um, also ist wohl noch Platz für welche. 🙂

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